Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Midcentury

Klare Linien, funktionales Design, organische Formen — neben dem Bauhaus steht besonders das Midcentury Design oder auch Midcentury Modern für zeitlose Ikonen und ist damit einer der wesentliche Stile im minimum-Sortiment. 

 

Die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts war geprägt vom Bedürfnis nach Leichtigkeit und Optimismus der Nachkriegszeit und der damit verbundenen Lust am Konsum. Doch bevor die Wirtschaftswunderjahre und Goldende Fünfziger, Swinging Fifties und Sixities beginnen konnten, standen viele Ländern nach dem 2. Weltkrieg erstmal vor großen Herausforderungen aber auch Chancen. Die Umstellung von Kriegswirtschaft auf zivile Produktion, Wiederaufbau und der Wunsch, das Alte hinter sich zu lassen schufen Raum für viel Neues. Von den Erfindungen und Weiterentwicklungen der Eisen- und Stahlindustrie wie der chemischen Industrie konnte man sogar profitieren. So wurde beispielsweise aus dem seit 1938 industriell hergestellten Nylon für Fallschirme nun Strumpfhosen. Und auch für das Design brachte die Innovationen neue Möglichkeiten. In Deutschland, den USA, Dänemark und Italien entwickelte sich parallel unterschiedliche Stilrichtungen und beeinflusste sich dennoch gegenseitig. 

Midcentury Möbel bei minimum

Sortierung:
Schnell lieferbar
USM Haller Sideboard mit vier Soft Panels rund
Haller Sideboard mit vier Soft Panels rund
Farbe Varianten: gelb
2.265,00 €*
Schnell lieferbar
USM Haller Regal mit zwei Klapptüren und zwei Soft Panels vertikal
Schnell lieferbar
USM Haller Sideboard mit zwei Klapptüren und Soft Panels diagonal
%
Carl Hansen & Søn CH22 Lounge Chair Sessel
CH22 Lounge Chair Sessel
Holzart: Eiche, geölt | Variante: Papierkordel natur
2.751,20 €* 3.439,00 €* (20% gespart)
5+1 Aktion ℹ
Vitra Eames Plastic Sidechair LSR RE
Eames Plastic Sidechair LSR RE
Gestell: Chrom | Gleiter oder Rollen: Filzgleiter | Sitzschale: weiß
435,00 €*
Vitra Noguchi Coffee Table
Noguchi Coffee Table
Farbe Varianten: Nussbaum
3.680,00 €*
%
Carl Hansen & Søn CH23 Stuhl
CH23 Stuhl
Farbe Varianten: Eiche, weiß geölt | Variante: Papierkordel natur
882,40 €* 1.103,00 €* (20% gespart)
Vitra Lounge Chair & Ottoman
Lounge Chair & Ottoman
Gestell: Aluminium poliert | Gleiter : Kunststoffgleiter | Höhe: 89 cm | Sitzschale: Nussbaum dunkel | Bezug: Leder Premium F (66) nero
10.230,00 €*
5+1 Aktion ℹ
Wilde + Spieth SE 68 Mehrzweckstuhl Stuhl
SE 68 Mehrzweckstuhl Stuhl
Gestell: Chrom | Farbe: Buche blutorange gebeizt
622,00 €*
5+1 Aktion ℹ
Wilde + Spieth SE 68 SU Stapelstuhl
SE 68 SU Stapelstuhl
Gestell: schwarz | Farbe: Buche kobaltblau gebeizt
593,00 €*
Schnell lieferbar
Vitra Occasional Table LTR Beistelltisch
Occasional Table LTR Beistelltisch
Farbe Varianten: Linoleum smoke blue | Gestell: himmelblau
375,00 €*
Schnell lieferbar
Vitra Eames Elephant RE klein
Eames Elephant RE klein
Farbe Varianten: himmelblau RE
99,00 €*
Schnell lieferbar
Vitra Eames Elephant RE groß
Eames Elephant RE groß
Farbe Varianten: Eames Red Orange RE
285,00 €*
Vitra Eames Elephant plywood
Eames Elephant plywood
Material: Nussbaum
1.695,00 €*
Fritz Hansen PK23 Lounge Chair gepolstert Sessel
PK23 Lounge Chair gepolstert Sessel
Farbe Varianten: Eiche, natur lackiert | Gestell: Edelstahl
1.799,00 €*
5+1 Aktion ℹ
Fritz Hansen PK3 Chair Stuhl
PK3 Chair Stuhl
Farbe Varianten: Eiche, natur lackiert | Gestell: Stahlrohr verchromt
579,00 €*
Fritz Hansen PK63 Coffee Table Beistelltisch
PK63 Coffee Table Beistelltisch
Farbe Varianten: Schiefer schwarz
5.299,00 €*
Richard Lampert Eiermann 1 Tischgestell
Eiermann 1 Tischgestell
Farbe Varianten: olivegrün | Fußkreuz: versetzt | Füße: Kunststoffstopfen | Verlängerungsstäbe: ohne (mit Kunststoffstopfen) | Maße: B: 110 x T: 66 x H: 66cm
370,00 €*
Fritz Hansen Das Ei Sessel
Das Ei Sessel
Farbe Varianten: Leder Aura Cognac
10.999,00 €*
Fritz Hansen Der Schwan Sessel
Der Schwan Sessel
Farbe Varianten: Aura Leder schwarz
6.199,00 €*
5+1 Aktion ℹ
Fritz Hansen China Stuhl
China Stuhl
Farbe Varianten: Aura Leder schwarzbraun | Gestell: Kirsche
9.399,00 €*
Fritz Hansen PK22 Sessel
PK22 Sessel
Farbe Varianten: Leder Natur
5.899,00 €*
Fritz Hansen PK80 Daybed
PK80 Daybed
Farbe Varianten: Grace Leder Walnuss
20.999,00 €*
Fritz Hansen PK31 Sessel
PK31 Sessel
17.499,00 €*

Midcentury-Design aus Amerika

Nach 1945 blieben viele Emigranten aus Europa, besonders aus Deutschland, in Nordamerika. Das Bauhaus wirkte so in das Designverständnis Amerikas der Nachkriegsjahre und prägte den sogenannte International Style. Gleichzeitig ist das Steamline Design der 1930er Jahre nach wie vor präsent. 1932 gründete sich die Cranbook Academy of Art. Der damalige Direktor Eliel Saarinen organisierte die Akademie nach dem Vorbild des frühen Bauhauses. Hier entstanden lebenslange Freundschaften und Kooperationen, deren Wirken das Erscheinungsbild der sich im fröhlichen Fortschrittsrausch befindlichen USA prägen sollte. Wie eng sich in Cranbrook persönliche und berufliche Beziehungen verwoben, zeigt auch, dass sich Ray Kaiser und Charles Eames ihre Eheringe von Harry Bertoia fertigen ließen, der in Cranbrook selbst seine erste Frau kennenlernte, und Eero Saarinen, der seinen zweiten Sohn Eames nannte. Die Cranbrook Academy of Arts, an der Florence Schust (später F. Knoll Bassett) ihr Architekturstudium begonnen hatte, legt mit dem entstandem Netzwerk eigentlichen auch den Grundstein für Knoll. Wie die Schule spielte auch das 1929 eröffnete Museum of Moderne Art (MoMA) in New York eine wesentliche Rolle. Ausstellungen, Wettbewerbe und Veröffentlichungen machen es zum Maßstab in Kunst und Design. 

Charles & Ray Eames

Charles & Ray Eames zählen zu den bedeutendsten Designer-Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Charles Eames, geboren 1907 in Saint Louis, Missouri, studiert Architektur an der Washington University in St. Louis und eröffnet 1930 sein eigenes Architekturbüro zusammen mit Charles M. Gray. 1935 eröffnet er mit Robert T. Walsh ein weiteres Architekturstudio und 1938 erhält er ein Stipendium der Cranbrook Academy of Art in Michigan, wo er ein Jahr später Design lehrt. 1940 gewinnt er zusammen mit Eero Saarinen den ersten Preis beim Wettbewerb »Organic Design in Home Furnishings« des Museum of Modern Art in New York und wird Leiter der Abteilung für Industriedesign an der Cranbrook Academy of Art. Ray Eames, geboren als Bernice Alexandra Kaiser 1912 in Sacramento, Kalifornien, studiert Malerei an der May Friend Bennet School in Millbrook, New York. 1937 nimmt sie an der ersten Ausstellung abstrakter amerikanischer Künstler im Riverside Museum in New York teil. 1940 immatrikuliert sie sich an der Cranbrook Academy of Art und 1941 heiratet sie Charles Eames. Charles & Ray Eames erarbeiten von 1941-43 an Entwürfe von Tragen und Beinschienen aus verformtem Schichtholz und zeigen 1946 eine Ausstellung von Entwürfen mit verformtem Schichtholz im Museum of Modern Art in New York. Danach beginnt die Herstellung von Eames Möbelentwürfen durch die Firma Herman Miller. 1948 nehmen Charles & Ray Eames am Wettbewerb »Low-cost Furniture« des Museum of Modern Art teil. Ab 1955 beginnt ihre weitere umfangreiche Tätigkeit als Fotografen und Filmemacher und 1964 erhält Charles die Ehrendoktorwürde des Pratt Institute, New York. 1964-65 sind sie verantwortlich für den IBM-Pavillon auf der Weltausstellung in New York. 1970-71 hat Charles den Charles Eliot Norton Lehrstuhl für Dichtung an der Harvard University inne und 1973 sind Charles und Ray mit der Ausstellung »Furniture by Charles Eames« im Museum of Modern Art präsent. Charles Eames stirbt 1978 in Saint Louis; Ray Eames folgt ihm 1988.

Florence Knoll und ihr Netzwerk

1943 beginnt in New York mit der Begegnung zwischen dem Möbelfabrikanten Hans Knoll und der Architektin Florence Schust die Entwicklung eines Unternehmens, das wie kaum ein anderes Designgeschichte geschrieben hat. Hans Knoll, jüngster Spross eines traditionsreichen deutschen Möbelherstellers, lernte schon als Kind bedeutende Vertreter des Bauhauses kennen. In den USA auf der Suche nach modernen, für die Serienproduktion geeigneten Möbeln war er der erste, der auf die Idee kam, den Entwerfern Tantiemen zu zahlen und ihre Namen für die Vermarktung zu nutzen. Florence Schust war, was Namen anging, eine Goldgrube, hatte ein überragendes Design- und Architekturverständnis und beispielloses unternehmerisches Talent. Noch im gleichen Jahr taten sich die beiden zu Knoll Associates (ab 1951 Knoll International) zusammen. Florence wurde zur Strategin des Unternehmens, Hans Verantwortlicher für Marketing und Vertrieb. 
 
Wenn es heute nahezu als Gemeingut gilt, Büroeinrichtungen nach funktionalen und ästhetischen Kriterien zu entwickeln, ist das weitgehend ein Verdienst der Architektin Florence Knoll. Geboren am 24. Mai 1917 in Saginaw, Mi als F. Schust besuchte sie nach dem frühen Tod ihrer Eltern 1930 die Kingswood School. Von den Idealen der englischen Arts and Crafts-Bewegung geprägt gehörte das Internat zur Cranbrook Academy - damals ein Synonym für das Wirken der Familie Saarinen. Die Saarinen nahmen Florence wie eine Tochter auf. In der finnischen Sommerfrische stellten sie ihr die europäischen Architekten der Avantgarde vor.
Auf die Ausbildung in Kingswood und Cranbrook, die sie 1935 für einen Stadtplanungs-kurs an der Columbia University und einen kriegsbedingt kurzen Aufenthalt an der Architectural Association in London (1938-1939) unterbrach, folgte ein Praktikum im Architekturbüro von Marcel Breuer und Walter Gropius in Cambridge, MA. Auf Breuers Rat vervollständigte Schust ihre Architekturausbildung am Armour Institute in Chicago bei Ludwig Mies van der Rohe. 1941 kehrte sie nach New York zurück und arbeitete in verschiedenen Architekturbüros. Die Arbeitsteilung, die Frauen den Bereich der Innenarchitektur zuwies, kommentierte sie später mit einem „ich bin keine Dekorateurin".
Durch einen Auftrag lernte sie 1943 ihren späteren Ehemann, den Unternehmer Hans Knoll kennen. Schust (ab 1946 F. Knoll) wurde in seinem jungen Unternehmen Leiterin der Designabteilung. Die gemeinsame Vision: Möbel, die auf der Höhe der zeitgenössischen Architektur sind, serienmäßig herzustellen.
Florence bestimmte das Portfolio und entwickelte ein strategisches, weltweites Netz von Showrooms, die den Gebrauch der neuen Möbel demonstrierten. Sie entwickelte die Knoll-Textilabteilung und legte mit der legendären Knoll-Planungsabteilung den Grundstein für moderne Arbeitsplatzgestaltung. Wenn es darum ging, Chefetagen und Großraumbüros bedeutender Firmen oder Behörden zu gestalten, wandte man sich an Knoll. F. Knoll verantwortete so unterschiedliche Interieurs wie die des US-Außenmi-nisteriums, der Rockefeller Family Offices, von Botschaften (Stockholm, Kopenhagen, Havanna), Museen, Opernhäusern, Flugzeugen und Schiffen, sogar das Interieur einer Klosterbibliothek (Brügge) und des Palastes für Fatima, der Schwester von Reza Schah Pahlavi. Das New Yorker MoMa und die Designindustrie zeichneten sie vielfach aus. 1961 wurde F. Knoll die Goldmedaille des American Institute of Architects verliehen. 2002 wurde ihr Beitrag zum Design des 20. Jhs. mit der National Medal of Arts gewür-digt. Nach Hans Knolls Unfalltod 1955 leitete sie das Unternehmen bis 1959 und begleitete es bis 1965 beratend. Sie starb am 25. Januar 2019.
 

Eero Saarinen

Eero Saarinen, Sohn der Bildhauerin Loja Gesellius und des Architekten Eliel Saarinen, wurde 1910 im finnischen Kirkkonummi geboren. Sein architektonisches Werk war so bahnbrechend wie das seines Vaters: So wie Eliel als einer der Ersten bravourös den Neoklassizismus hinter sich ließ, öffnete Eero den Funktionalismus der formalen Erkun-dung. Für ihn war die Funktion nur ein Element der Architektur. Seine Bauten waren kunstvolle Interpretationen ihrer Kontexte und des Lebens, das in ihnen stattfinden sollte.
Als Kind verehrte der talentierte Zeichner den Flugvisionär Leonardo Da Vinci. Eero legte sich sogar die lebenslange Gewohnheit zu, wie sein Idol mit der linken Hand in Spiegelschrift zu schreiben. 1923 20g er mit seiner Familie nach Michigan, wo sein Vater einen Architekturwettbewerb gewonnen hatte. Ab 1925 wohnen die Saarinen auf dem Campus der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills. Eliel Saarinen selbst hatte mehrere Gebäude für den Campus entworfen und die ganze Familie in ihre Ausgestaltung involviert. 1929 studierte Eero ein Jahr Skulptur an der Académie de la Grande Chaumière in Paris und anschließend Architektur an der traditionell geprägten Yale University. Ein Reisestipendium für Europa gibt ihm Gelegenheit, sich mit der Architektur der Avantgarde auseinanderzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Cranbrook 1938 lehrt er Architektur und arbeitet im Büro seines Vaters. Mit Harry Bertoia, Charles Eames und Ray Kaiser entstehen auf dem Campus Freundschaften und gemeinsame Projekte. Gemeinsam mit Charles Eames entwickelte er den Organic Chair, der auf dem MoMA-Wettbewerb ,Organic Design in Home Furnishing" 1941 mit zwei ersten Preisen bedacht wurde.
Eero arbeitete bis zum Tode seines Vaters als dessen Partner. Nach der Übernahme des väterlichen Büros 1950 entwickelte er sich zum meistbeachteten Architekten der USA. In den 5oer-Jahren war er in all den Bereichen aktiv, die das amerikanische Selbst-bild der Nachkriegsjahre bestimmten: von der Telekommunikation über die Luftfahrt, Informationstechnologie und Stadtplanung bis hin zum Bildungswesen. Sein Technical Centre für General Motors galt als „industrielles Versailles". Der zurückhaltende Architekt wurde zum Medienstar. In dieser Zeit entstand auch der legendäre „Tulpenstuhl" und die mit ihm verbundene Pedestal Collection. Die Fertigstellung seiner zehn berühmtesten Bauwerke, allen voran des spektakulären TWA Flight Centers, konnte der große Architekt nicht mehr erleben, als er im Alter von nur 51 Jahren in Michigan starb. Da Vinci hätte Gefallen gefunden an den Bauten mit den atemberaubend kurvigen Dächern, die wirken, als könnten sie abheben.

Harry Bertoia

1915 im norditalienischen, bäuerlich geprägten Friaul geboren, fiel Arri - damals noch ohne .H" und mit „i" - schon früh als aufmerksamer Naturbeobachter und begabter Zeichner auf. Mit täuschend echt nachgezeichneten Karten soll er sich sogar Eintritt ins Kino verschafft haben. Schon als Kind fertigte er kleine Objekte aus Holz und Metall-draht. Seine künstlerische Ausbildung begann mit Abendkursen. Um die Familienkasse zu entlasten, folgte Arri im Alter von 15 Jahren dem amerikanischen Traum in Person seines älteren Bruders Oreste. Von ihm unterstützt, wird in Detroit aus Arri Harry. Ein Stipendium für die Cass Technical High School in Detroit, eine Empfehlung für die Art School der Detroit Society of Arts and Crafts: Sein Talent bleibt auch jenseits des Atlantiks nicht unerkannt.
1937 wird er an der Cranbrook Academy of Arts aufgenommen. Bertoia lernt hier die Designstudentin Ray Kaiser (später Eames), sowie die Architekturstudentin Florence Schust (später Knoll) und die Architekten Charles Eames und Eero Saarinen kennen.
Zunächst nur Student, anschließend auch Dozent und Leiter der Metallwerkstatt, entwickelt Bertoia in Cranbrook neue Techniken der Metallverarbeitung. Es entstehen zahlreiche herausragende Goldschmiedearbeiten, deren biomorph-abstrakte Formen seine später entstehenden Skulpturen antizipieren. In den Jahren kriegsbedingter Metallknappheit widmet er sich mit Leidenschaft der Grafik und verschiedenen Druck-techniken. Er entwickelt darin eine solche Meisterschaft, dass ihn Eliel Saarinen auch mit der Leitung der Druckgrafikwerkstatt betraut.
1943 verlässt Bertoia Cranbrook, um mit Ray und Charles Eames in Kalifornien zusam-menzuarbeiten. Mir ihnen entwickelt er den Lounge Chair Metal, der 1946 unter dem Namen „Eames Chair" im New Yorker MoMA ausgestellt wird. Aus Enttäuschung über die nicht gewürdigte Mitautorschaft beendet er die Zusammenarbeit und nimmt 1950 das Angebot seiner Studienfreundin Florence Knoll an, für Knoll Associates eine eigene Möbelserie zu entwerfen. Doch seine größte Leidenschaft bleibt die Skulptur, der er sich dank des Erfolgs der Möbel nun ausschließlich widmen kann. Er arbeitet u.a. an großformatigen Skulpturen für die Bauten bekannter Architekten wie Eero Saarinen.
Mit den Sonambient-Tonskulpturen bringt er sein Lieblingsmaterial Metall schließlich auch zum Klingen. Sie greifen seine Sehnsucht nach der Musik der Natur des Friaul ebenso auf wie nach Instrumenten, die ohne Vorkenntnisse spielbar sind. Verewigt hat er sie auf verschiedenen Langspielplatten und in einem Dokumentarfilm. 1978 stirbt mit Harry Bertoia in Barto (Pennsylvania) ein großer Bildhauer, Grafiker, Designer und — warum nicht — auch Musiker.

Bedeutende Klassiker des amerikainschen Midcentruy Designs

Würden wir Midcentruy Modern Ikonen aus unserer Ausstellung entfernen, sehe diese sehr leer aus. So sehr wir auch mit zeitgenössischem Design verbunden sind, so sind es eben vor allem diese Möbel, die minimum schätzt. Allen voran, die Klassiker von Vitra und Knoll International, die Charles und Ray Eames sowie Florence Knoll, Warren Platner, Eero Saarinen und Harry Bertoia entworfen haben. Besonders den Eames Lounge Chair werden Sie immer in verschiedenen Ausführungen bei uns finden. Aber auch die Eames Stühle der Alu- und Soft Pad Group sind nicht wegzudenken. Auch Wire Chair, Organic Chair und LCW überzeugen seit mehr als 50 Jahren. Kritischer sehen wir inzwischen den Plastic Chair und Fiberglass Chair von Charles und Ray Eames. Auch wenn Vitra hier inzwischen auf Recyclingmaterial und vertretbare Produktionstechnik setzt, ist und bleibt dies ein Plastikstuhl, dessen Optik dennoch richtungsweisend ist. Nicht zu vergessen, die zeitlosen Beistelltische Occassional und Elliptical Table des Ehepaar Eames. Aus dem Hause Knoll gehören Diamond, Birdie und Bertoia Bank und Stuhl vom gleichnamigen Designer zu den wichtigsten Designs des Midcentruy Modern wie auch die Platner Serie von Warren Platner. Von Saarinen kommt wohl einer der bekanntesten Silhouetten dieser Zeit: die Tulip Serie. Auch aus seiner Feder stammt der wunderbare Womb Chair. Florence Knoll entwarf das gleichnamige Sofa, das mit einer klaren Ästhetik sehr gut gealtert ist. Isamu Noguchis Akari Leuchten Familie und sein Noguchi Coffee Table dürfen außerdem nicht in der Reihe fehlen.

Deutsches Design nach 1945

In Deutschland war das Bedürfnis nach neuen Möbeln besonders groß. Man wollte die Schwere und Ästhetik der Nazizeit hinter sich lassen. War der Wiederaufbau noch von Mangel bestimmt, selbstgezimmerte Möbel die einzige Möglichkeit, entstand dennoch bald eine neue Designsprache. Der Funktionalismus bot eine Antwort auch für die veränderten Wohnverhältnisse. Im Jahr 1955 wurde die Ulmer Hochschule für Gestaltung von Otl Aicher, der Vater der Corporate Identity der Olympischen Spiel in Münchnen und der Lufthansa, und seiner Frau  Inge Scholl, einer Schwester von Hans und Sophie Scholl, gegründet. Die Schule ist bewusst antifaschistisch, international und demokratisch ausgerichtet. Hier lehrten als 1. Direktor der Bauhausschüler Max Bill. Ebenso Hans Gugelot, der zusammen mit Dieter Rams das Design von Braun geprägt hat. Es werden einfache Formen mit rechten Winkeln und eine zurückhaltender Farbigkeit forciert und damit auch eine Gestaltung im Sinne des Systemgedanken. Die Ulmer Hochschule wird zum Vorbild für die moderne Design-Ausbildung. Durch das Fernsehen ist aber auch die amerikanische Ästhetik aus Hollywood präsent und erstrebenswert. Der American Way of Life verspricht einen wirklichen Neuanfang und bringt neben der Guten Form aus der Ulmer Schule auch die biederen Nierentische und organischen, stromlinienförmige Möbel und Objekte in die deutschen Wohnzimmer. Nicht nur aus Amerika. 

Das Systemmöbel

Das wohl bekannteste Systemmöbel entsteht 1962 in Münsingen in der Schweiz. Der Architekt der neuen USM-Fabrikations- und Bürogebäudes Fritz Haller entwickelt es zunächst gemeinsam mit Paul Schärer Junior für die Büroausstattung des Metallbauers. Es basiert auf standartisierten Grundelementen, die durch den die universelle Verbindungskugel individuell kombiniert werden können. Seit 1969 wird das USM-System in Serie produziert. Es ist heute in 14 Farben und weiteren Features wie Elektrifizierung erhältlich. Das Möbelbausystem Haller wurde mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet und ist seit 2001 Teil der Sammlung des MoMA. 

Klassiker des deutschen Midcentury Design

Der bekannteste Name im Midcentury Möbeldesign aus Deutschland ist wohl Egon Eiermann. Der Architekt konzentrierte sich schon während der NS-Zeit auf Industriebauten und konnte so vergleichsweise modern bauen. In Berlin kennt man vor allem die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche von ihm. Noch bekannter ist aber das von ihm erfundene Tischgestell. Neben dem Eiermann Schreibtisch sind auch die Stühle SE 68 und SE 18 Designikonen geworden. Ein absoluter Klassiker für das Schlaf-Gäste und Kinderzimmer ist die Stapelliege von Rolf Heide aus dem Jahr 1966. Nicht zu vergessen die Produkte von Herbert Hirche, die von Richard Lampert produziert werden: DHS10 Regal, Hirche Lounge Chair, Barwagen und H57 Sessel. Mit dem Ulmer Hocker von Max Bill lebt zudem der Geist der Hochschule weiter.

Dänisches Design zwischen Industrialisierung und Handwerk

Die Stärke des dänischen Designs liegt in der Arbeit mit Licht und Holz. Neuen industriellen Fertigungsmöglichkeiten haben in den 1950er und 1960er die gestalterische Arbeit mit Werkstoff Holz grundlegend verändert — dennoch blieb viele Designer der Handwerkstradition verbunden — besonders Hans J. Wegner. Der Tischler entwarf mehr als 500 Stühle, darunter auch den als »The Chair« bekannten Stuhl für PP Møbler, auf dem John F. Kennedy während einem Interview saß. Arne Jacobsen spielt besonders mit den organischen Formen, die die neue Schichtholzverarbeitung ermöglicht. Möbel aus Dänemark sind im Midcentruy Design der spielerische Gegenpol zum Funktionalismus aus Deutschland und dem amerikanischen Styling. Die leichten Teakholzmöbel — Dänemark ist Hauptimporteur — eignen sich für beengten Wohnverhältnisse der Zeit und bringen Leichtigkeit, Helligkeit und sogar Freundlichkeit in den Raum. Die interessante Kombination aus internationalen Stil mit der gediegenen Handwerkskultur in industrieller Produktion hat eine besondere, die dem skandinavischen Design auch über das Midcentury hinaus bis heute auszeichnet.

Arne Jacobsen

Arne Jacobsen (1902-1971) studierte Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Noch bevor er sein Studium beendet hatte, gewann er auf der Pariser Weltausstellung 1925 eine Silbermedaille für einen Stuhlentwurf. Seine frühen Arbeiten waren von Le Corbusier und Ludwig Mies van der Rohe inspiriert, doch bald entwickelte er seinen eigenen unverkennbaren Stil. 1930 gründete er sein eigenes Architekturbüro. Als er beauftragt wurde, einen Badeort an der dänischen Küste zu planen, lieferte er einen umfassenden Entwurf: von den Gebäuden bis hin zu den Uniformen der Angestellten, den Tickets und sogar den Saisonausweisen.
Bereits 1934 begann Arne Jacobsen die Zusammenarbeit mit Fritz Hansen. Der erste große Erfolg in der langjährigen Kooperation war 1952 der Stuhl »Ameise«. Jacobsen glaubte selbst so sehr an sein Produkt, dass er eine Abnahmegarantie für nicht verkaufte Stühle einging. Die 1955 entworfene Stuhlserie »7« erlangte den gleichen Bekanntheitsgrad und festigte Jacobsens Renommee als Möbeldesigner. Für Fritz Hansen entwickelte sich die »Serie 7« zur meist verkauften Stuhlserie in der Firmengeschichte.
Auch weltweit avancierte der Stuhl der »Serie 7« zu einem Verkaufsschlager.
Ende der 195oer-Jahre entwarf Jacobsen das Radisson Blu Royal Hotel in Kopenhagen, das bei seiner Eröffnung noch SAS Royal Hotel hieß. Für die Ausstattung entstanden vier weitere berühmte Sitzmöbel: das »Ei«, der »Schwan«, der »Drop Chair« und die »Serie 3300«. Auch heute noch gelten Jacobsens Möbel als ein wichtiger Teil des dänischen Kulturgutes.

Dänische Midcentury Klassiker

Die Ameise von Arne Jacoben ist der erste dänische Stuhl der in Massenproduktion herstellt wird und auch heute noch spricht die geschwungene wie klare Form an. Neben der Serie 7, Lily und dem Grand Prix, der bei der Triennale in Mailand mit eben diesem ausgezeichnet wurde, ist er einer der bekanntesten Stühle von Arne Jacobsen. Auch die berühmten Loungesessel Egg, Swan und Drop von Jacobsen werden von Fritz Hansen produziert und strahlen ebenso eindeutig die spielerische Klarheit seiner Möbelentwürfe aus. Fritz Hansen produziert auch die Möbel von Poul Kjœrholm, die wieder eine andere Sprache sprechen. Hier sind es Aluminium und Stahldraht und Bespannungen aus Leder und Naturmaterialien die eine filigrane Eleganz ausstrahlen, die an Le Corbusier und das Bauhaus denken lassen: PK22, PK80, PK31, PK25, PK4 und PK61. Die Holztradition äußert sich im China Stuhl von Hans J. Wegner sowie den CH23 und dem CH24, besser bekannt als Wishbone oder Y-Stuhl. Als Sessel ist hier der CH25 zu erwähnen. Und auch bei den Leuchten gibt es viele Midcentury-Ikonen aus Dänemark: die von Louis Poulsen hergestellte AJ-Leuchtenfamilie von Arne Jacobsen beispielsweise. Wer an dänische Leuchten denk, hat aber auch die PH Leuchten von Poul Henningsen im Kopf und wahrscheinlich auch die Artischoke. Aus Gründen. Eine gelernte Leuchtenform hat auch die Semi Pendant Pendelleichte mit ihrem richterartigen Schirm von 1968. Und auch die Gräshoppa-Serie von Greta M. Grossmann aus dem Jahr 1947 überzeugt noch heute. Unerwähnt bleiben hier die Möbel von Verner Panton, da sie in Materialität und Anmut nicht ganz in die Typologie passen wollen und eher Vorboten eines popigeren Designverständnisses sind. So zum Beispiel der Panton Chair von 1959.

Italiens Weg zum Designstandort

In Italien herrschen kleinteilige und handwerklich geprägte Strukturen. Noch heute wird vielfach in Manufakturbetreiben produziert. Hollywoods Einfluss macht sich bemerkbar und beeinflusst das Lebensgefühl wie die Ästhetik. Zu den Familienbetriebe Cassina (1927 gegründet), Molteni (1933 gegründet) kommen 1949 Kartell, 1946 Cappellini, 1951 Arflex, 1952 Moroso, 153 Tecno und 1954 Zanotta. Sie arbeiten mit Architekten und Designer zusammen, die den Produkten ihre individuellen Note verleihen. Im Gegensatz zur eher theoretischen Designauffassung in Deutschland und der marketingorientierten amerikanischen lebt das italienische Design von Improvisation und der kulturellen Tradition, die Kunst und Wirtschaft nicht voneinander trennt. Die Experimentierfreude führt zu dynamischen und individuellen Formen. Mit der Triennale in Mailand, dem Preis Compasso d’Oro und den Zeitschriften Domus und Casabella findet das Design Unterstützung und eine theoretische Plattform.

Italienische Midcentury Klassiker

Gio Ponti ist der wohl wichtigste Name im italienischen Midcentury Design. Er ist Mitbegründer der Triennale und Chefredakteur von Domus. Ab 1945 arbeitet er für Cassina. Sein Stuhl Superleggera entsteht 1957 und fasziniert noch heute mit seiner Filigraität. Achille Castiglioni arbeitete gemeinsam mit seinen Brüdern Pier Giacomo und Livio. Von ihm kennt man viele Flos Leuchten wie Toio, Arco und Snoopy und Möbel wie die Hocker Sgabello per Telefono und Mezzadro, die noch heute von Zanotta hergestellt werden.

Midcentury Design weltweit

Neben Amerika, Deutschland, Dänemark und Italien entstehen selbstverständlich auch in anderen Ländern Midcentury-Ikonen. In England ist es beispielsweise Robin Day, der mit dem Daystak Dining Chair oder RFH Lounge und Arm Chair in Erinnerung geblieben ist. In Japan der Butterfly Stool von Sori Yanagi. Hier sieht man im Produktdesign wie in der Grafik und in der Mode, dass die Kombination von Tradition und Moderne eine eigene Sprache bilden, die bis in die Gegenwart wirkt. 

Aktuelles Midcentury Design

Natürlich inspiriert die zeitlose Klarheit des Midcentury Design auch heute viele Entwürfe. 
Einige sind dabei so nah an der Formgebung der Zeit, dass wir sie auch dem Midcentruy Design zuordnen oder besser sie als enge Verwandte hier erwähnen. Ein besonders gelungenes aktuelles Midentury Designs ist für uns die Inland Serie aus Sofa, Ecksofa, Sessel und Ottoman von Anderssen & Voll aus dem Jahr 2024, hergestellt von &tradition.

Midcentury Design bei minimum in Berlin

Bei minimum in Onlineshop und in unseren beiden Showrooms in Berlin Charlottenburg und Kreuzberg sind Midcentruy Modern Möbel wichtiger Bestandteil. Ihre Zeitlosigkeit überzeugt uns. Und auch die Nachfrage ist ungebrochen. Wir zeigen Sie mit Möbeln ihrer Zeit, arrangieren Sie aber auch mit zeitgenössischen Design. Lassen Sie sich bei uns beraten wie Sie Ihren Wunschklassiker in Ihr Zuhause integrieren können. 

minimum Preisanfrage

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.