#5 We love Midcentury: Warren Platner

16.10.2018
Im fünften Teil unserer Reihe stellen wir heute Warren Platner vor, der als Vertreter der „sinnlichen Moderne“ legendäre Interieurs schuf, beleuchten seine Werke und was ihn und seine Materialwahl so besonders machte.

Glanzvolle Reduktion

Geboren 1919 in Baltimore arbeitete Warren Platner nach dem Architekturstudium an der Cornell University mit so bedeutenden Architekten wie Eero Saarinen und Ieoh Ming Pei zusammen. Warrens später gegründetes eigenes Studio wurde innerhalb von kurzer Zeit ein wichtiger Anlaufpunkt für neue Leuchten, Möbel und Textilien, kurzum für neues Design. 

Zu Warrens legendären Interieurs gehörte das seinerzeit berühmteste Restaurant der Welt: das glamouröse "Windows on the World", das sich im World Trade Center befand. Die New York Times verglich diese Welt aus kaleidoskopischen Spiegeln, Messing, Pastelltönen und Holzpaneelen mit Versaille und bezeichnete Platner treffend als Vertreter einer sinnlichen Moderne. Der mit dem Rome Prize ausgezeichnete Architekt hatte gezeigt, wie wertvolle Materialien in modernen Formen wirken. Kein Wunder, dass Florence Knoll die Zusammenarbeit mit Platner suchte.

 

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"Ich fühlte, dass es heute einen Raum gibt für ein sanftes, graziles Design wie im Stil Louis IV."  
--Warren Platner 

Als typisch für den prunkvollen Stil Louis IV gilt seine Ausgewogenheit, die dafür sorgt, dass er trotz allem Glanz nicht überladen wirkt. Platner liebte das Glanzvolle und übertrug es auf die an einer minimalistischen Formensprache orientierten Moderne. Für seine Kollektion aus Sitzmöbeln und Tischen von 1966 für Knoll entwarf er eine Basis aus vernickelten Stahlstäben, die auch heute noch einzeln handverschweißt werden. Ihre Form erinnert an Weizenbündel.  Sie erzeugen ein interessantes Spiel mit dem Licht. Platner dachte beim Entwurf auch an die skandinavische Designtradition, die nach Leichtigkeit und Transparenz strebt, den Dialog mit dem Licht im Raum sucht und auch gern Buntmetalle verwendet.
Eigentlich stellte Platner sich die Metallstäbe seiner Möbel goldbeschichtet vor. In den 60-er Jahren standen jedoch keine Verfahren für vergleichsweise große Objekte, die in Serie produziert werden, zur Verfügung. 50 Jahre später gelang es Knoll International gemeinsam mit einem Partner in Italien, dieses Problem zu lösen. Daher steht DesignliebhaberInnen die Platner-Kollektion jetzt auch so wie sie ursprünglich gedacht war, nämlich 18-karätig vergoldet, zur Verfügung.

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