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Mariano Fortuny y Madrazo

Von Wagner, über Isadora Duncan bis Proust – im nicht zu Unrecht so bezeichnetem „Universalkünstler“ Mariano Fortuny y Madrazo begegnen sich Meilensteine der Kultur des letzten Jahrhunderts. Eine revolutionäre Leuchte erinnert auch im Alltag noch an den hochbegabten Kosmopoliten.

Malerei, Bildhauerei, Mode- und Stoffdesign, Fotografie, Bühnenbild und -beleuchtung verschmelzen auf dem Lebensweg Fortunys zur Symphonie. Als Sohn des berühmten katalanischen Malers Marià Fortuny 1871 in Granada geboren, begann Mariano Fortunys Hinführung zur bildenden Kunst im Alter von fünf Jahren. Seine Lehrer waren keine geringeren als James Tissot, Paul Baudry, Emmanuel Frémiet, Giovanni Boldini, Alfred Stevens und Jean-Léon Gérôme. Bereits nachdem die Familie 1889 nach Venedig umgezogen war, stellte Fortuny seine Arbeiten mit denen seines Vaters aus.


Neben der Malerei hatte die Stoffsammlung seiner Mutter,  eine Wunderkammer, die Schätze aus Orient und Okzident versammelte, Einfluss auf seine weitere Entwicklung. Im Alter von 21 Jahren erwarb Fortuny den Palazzo Pesaro degli Orfei im San Marco-Viertel Venedigs und verwandelte ihn in die Stätte eines vielseitigen Schaffens, die ein Mal- und Fotoatelier, eine Tischlerei, eine Stoffdruckerei und -färberei sowie eine Schneiderei beherbergte. Fortuny begann dort Damenmode zu entwerfen und gründete gleichzeitig eine Seidenstoffdruckerei auf der venezianischen Insel Giudecca.


Seine antikisierenden Kleider glichen Träumen. Göttinnen und Dämoninnen wie Sarah Bernhardt, Luisa Casati, Isadora Duncan, Eleonora Duse sowie Martha Graham trugen sie. Wer erinnert sich nicht an vergilbte Schwarzweißfotografien, die der Welt enthobene Diven vor Phantasielandschaften in Fortunys Delphos zeigen – dem mythischen, bodenlangen Kleid aus hauchdünnem, plissiertem Seidensatin, das die Körperformen betonte, indem es sie verbarg. Erwerben konnte man es in den Boutiquen des Meisters in Paris und New York. Nicht nur Frauen fielen der Faszination der überirdisch schönen Stoffe und Gewänder anheim. Marcel Proust ließ ihnen in "(...) der Suche nach der verlorenen Zeit" die Rolle eines Leitmotivs zukommen.  


Mariano Fortuny war besessen von der Musik Wagners. Viele der Wagnerschen Themen fanden in seiner Malerei Niederschlag. Besonders faszinierte ihn jedoch die Idee des Gesamtkunstwerks. Hatte Fortuny bereits in sehr plastisch gezeichneten Männerakten sein Interesse am lebendigen Körper im Raum gezeigt, zog ihn das um 1900 aufkommende Regie- und Avantgardetheater gänzlich in seinen Bann. Das Gesamtkunstwerk erlaubte ihm die Integration all seiner Talente und Leidenschaften. Folglich entwarf er nicht nur Kostüme sondern auch Bühnenbilder und revolutionierte schließlich die Bühnenbeleuchtung mit einer kuppelförmigen Leuchte, die indirektes Licht ermöglichte und heute von Pallucco hergestellt wird. Zum ersten Mal eingesetzt wurde sie 1901 im Pariser Privattheater der Gräfin von Béarn. 1949 starb Mariano Fortuny starb in seiner Wahlheimat Venedig.

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