Charles & Ray Eames – Möbeldesign als Teil des amerikanischen Traums

Charles & Ray Eames – Möbeldesign als Teil des amerikanischen Traums

Charles und Ray Eames, das sind Namen, die für den Inbegriff des Designs des 20. Jahrhunderts stehen. Die Arbeiten des amerikanischen Ehepaars sind eine Hommage an Kunst und Film, Design und Architektur. Fast vierzig Jahre arbeiteten, liebten und lebten sie zusammen. Zu Beginn hatten sie nichts, heute sind sie Ikonen. Jeder kennt ihre Möbel oder hat schon einmal auf ihnen Platz genommen. Ray und Charles Eames wollten nicht nur einmalige Designs entwerfen, sondern alltagstaugliche und erschwingliche Möbel auf den Markt bringen. Um diese Maxime zu erreichen, nahmen sich die Designer viel Zeit und legten großen Wert auf Details. Nur so konnten die zeitlos wirkenden, auf das Wesentliche reduzierten Möbel entstehen. Noch heute prägen sie das Bild unzähliger Inneneinrichtungen.
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Wie bei den Eames das Spiel mit der Moderne begann – Arbeit und Privates

Es existiert kaum eine Fotografie von dem Paar, auf der man sie nicht glücklich strahlend, händchenhaltend oder gemeinsam bei der Arbeit erblickt.

Charles Eames entdeckte seine Begeisterung für das Zeichnen als Aushilfe in einem Stahlwerk. Die Idee war geboren: Charles Eames wollte Architekt werden. Als Charles Eames sein Architekturstudium beginnt, lernt er während des Studiums seine erste Ehefrau kennen, die beiden bekommen eine Tochter. Während der großen Wirtschaftskrise eröffnet Charles Eames sein erstes eigenes Architekturbüro. Eine Zeit in der Charles Eames gezwungen ist jeden Auftrag anzunehmen, um die Überlebensgrundlage für sich und seine junge Familie zu sichern.

Ray Eames kommt fünf Jahre später als Charles mit dem Namen Bernice Kaiser zu Welt. Doch schon früh erhält sie den Spitznamen Ray-Ray. Ebenso früh zeigt sich ihr künstlerisches Talent, das ihre Familie fördert. Als junge Frau lernt Ray Kaiser dann Charles Eames an der Cranbrook Academy of Art kennen, an der er Design lehrt und sie Malerei studiert und abstrakte Gemälde ausstellt. Ihre Liebe ist bis ins Detail grafisch festgehalten, sogar einen illustrierten kalligrafischen Heiratsantrag gibt es: „I am 34 (almost) years old, single (again) and broke - I love you very much and would like to marry you very very soon", schreibt Charles Eames im Jahr 1941 an Ray Kaiser. Der Architekt und die Kunststudentin heiraten. Anschließend zieht das Ehepaar nach Los Angeles und gründet dort ein eigenes Design-Studio – das „Eames Office“. So beginnt eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Charles ist der extrovertierte, charismatische Mann, der die Firma nach außen hin vertritt und die technischen Entscheidungen trifft, doch Ray Eames ist ihrem Mann ebenbürtig. Charles Eames meint über seine Frau: „Alles was ich kann, kann sie besser“. Ray hat das visuelle Gedächtnis, kann sich auch an die kleinsten Details erinnern und merkt, wenn Ideen und Stoffe nicht zueinander passen. So wird jedes Projekt im Team ausgeführt. Die beiden reisen um die Welt, lassen sich von der Schönheit alltäglicher Gegenstände inspirieren und sammeln mehr als 800.000 Fotos an. Wenn sie nicht reisen, leben und arbeiten sie in ihrem eigenen, heute Denkmal geschützten „Eames Haus“ unweit Los Angeles, das man besichtigen kann. Zu ihren Freunden gehören die Hollywood Stars ihrer Zeit, wie etwa Charlie Chaplin und Billy Wilder, denn Charles arbeitet für die Hollywood-Filmstudios MGM.


Die Eames Design Philosophie – Ein Möbelstück ist mehr als nur ein Objekt

Die Entwürfe des Ehepaares Eames zählen zu den meist kopierten Objekten unserer Zeit. Zentral in ihren Designs ist die Idee, dass in erster Linie der Prozess und nicht das Endprodukt zählt. Stil und Funktion ergänzen sich gegenseitig und sorgen dafür, dass die Möbel von Eames mehr als nur Objekte sind. Wer kennt ihn nicht: Den unsterblichen „Eames Plastic Side Chair“. Der Stuhl funktioniert sowohl im Ess- als auch im Kinderzimmer, als Bürostuhl, in der Küche oder im Flur. Selbst in Musikvideos der R’n'B Diva Beyoncé taucht er auf. Er wurde oft kopiert, aber nie erreicht.


Waren die Designs vorhergehender Generationen noch durch strenge Geometrie geprägt, setzten Ray und Charles Eames auf organische Gestaltungprinzipien: fließende, klare Linien und natürliche Schalen. Das Ehepaar glaubte stark daran, dass gutes Design erschwinglich sein sollte und die Designs wurden maßgeblich durch die technischen Innovationen des zweiten Weltkrieges beeinflusst. Bereits Anfang der 40er gewinnt Charles Eames den ersten Preis eines Wettbewerbs des Museum of Modern Art in New York für einen organisch geschwungenen Stuhl – dem ersten Versuch Eames Richtung Fiberglas. Einige Jahre später beginnen Charles und Ray Eames in Zusammenarbeit mit der Firma Herman Miller mit Stühlen aus Drahtgeflecht den Markt zu revolutionieren. Ab den 50er Jahren arbeiten die Eames mit Vitra zusammen, eine erfolgreiche Kooperation, denn auch heute noch ist Vitra von Eames Philosophie stark geprägt. Deutlich wird bei den Entwürfen immer wieder die Nutzung neuester Materialien: Auf Holz folgt Kunststoff, Gitter aus Stahldraht und Aluminium. Immer gleich bleibt jedoch der Fokus auf körpernahe Sitzschalen mit vielfältig variablen Stuhlbeinen zur spielerischen Komposition der Designs.

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