Mikrowohnen auf 27 qm
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 Ergebnisse des Wettbewerbs ‚Mikrowohnen auf 27 qm‘.

Auf der Suche nach neuen Wohnformen


Mit der Initiative „for better living“ riefen minimum und die Berliner Kommunikationsagentur TPA 2014 eine interdisziplinäre Plattform ins Leben, die sich mit urbanen Veränderungsprozessen und ihren Auswirkungen auf das Wohnen beschäftigt. Als Think-Tank verbindet die Initiative Architekten, Projektentwickler und Designer mit dem Ziel, gesellschaftliche Trends so aufzuschlüsseln, dass sie für zukunftsweisende Wohn- und Einrichtungskonzepte verwertbar sind.  Im Rahmen von Workshops, Fachvorträgen und Publikationen identifizierte die Initiative „for better living“ in den letzten zwei Jahren aktuelle Trends des urbanen Wohnens. Der Begriff „small world networks“ fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass urbanes Wohnen Formen annimmt, die nicht mehr dem traditionellen Verständnis des Wohnens in den eigenen vier Wänden entsprechen: Mobilität, Flexibilität und Digitalisierung prägen den Städter des 21. Jahrhunderts. Das Arbeiten im Co-Working-Space, der Feierabend mit Kollegen im Wasch-Café oder das Abendessen mit Freunden im mietbaren Koch-Haus skizzieren typische Momente neuer Lebensstile. „Man könnte die Stadt auch als Netzwerk-Wohnform begreifen, die ‚Dritte Orte‘ als aktive Bestandteile des Wohnens einbezieht. In der Konsequenz bedeutet das, dass Wohnqualität nicht mehr an Quadratmetern bemessen wird, sondern am Vernetzungspotenzial.“ Mit dieser These eröffnete der minimum Geschäftsführer Wilfried Lembert die Diskussion zum Thema Mikrowohnen. Mit ausgestreckten Armen einen Schritt nach links, einen Schritt vorwärts, einen Schritt rückwärts – soviel Raum braucht der Mensch als biologisch-funktionelles Minimum zum Leben. Das jedenfalls postulierte Le Corbusier in den 1940er Jahren mit dem am Menschen orientierten, architektonischen Proportionssystem „Modulor“. „Mikrowohnen auf 27 qm“ stellt nun die Frage, ob das Wohnen auf kleinstem Raum nicht nur mehr Wohnraum in den Innenstädten schafft, sondern auch die Kommunikation der Bewohner belebt.


Der Wettbewerb


In Berlin entstehen derzeit unterschiedliche Projekte, die sich mit 27 qm Wohn- bzw. Nutzfläche befassen. Angesichts der Aktualität dieser Größe lag die Beschränkung auf 27 qm nahe, zumal eine Reihe von Gebäuderastern mit diesem Quadratmeterwert funktionieren kann. minimum ging von einem Gebäuderaster von
450 cm aus, also einem Breiten-Innenmaß von 430 cm. Als Raumtiefen-Innenmaß waren maximal 630 cm möglich. Die Raumhöhe sollte 270 cm betragen; es konnte jedoch bis 300 cm Höhe geplant werden. Neben dem vorgegebenen Entwurf konnte ein Alternativentwurf mit freiem Grundriss und freier Höhe eingereicht werden.  Die Gestaltung des Interiors und der Einrichtungs- und Funktionsgegenstände war frei. Es konnte auch auf serielle Gegenstände zurückgegriffen werden, sofern sie den gewünschten Innovationsgrad aufwiesen. Eine Heizung musste nicht berücksichtigt werden, da von einer zentralen Fußbodenheizung ausgegangen wurde. Die Fassade als Schnittstelle von innen und außen konnte in das Konzept einbezogen werden, analog zu Le Corbusier, der breite Flure als „Straßen“ bezeichnete und mit der Brötchenklappe in der Wand zur Straße eine Kontinuität zwischen Wohnung und Welt schuf. Wird es morgen die „E-Shopping-Klappe“ geben? Mikroapartments funktionieren, wenn sogenannte Dritte Orte das Wohnkonzept vervollständigen. Daher war zu den Entwürfen eine Beschreibung einzureichen, die die Orte benennt, die Teil des Netzwerks um die Wohnung herum sind. Nicht nur Studierende werden nach kleinen Wohnungen fragen, sondern auch Best Ager, Young Professionals und Menschen mit dem sprichwörtlichen Koffer in Berlin. Für  wieviele Zielgruppen kann ein Entwurf funktionieren? In der Ausstellung werden die 14 Entwürfe im Maßstab 1:20 präsentiert, der Siegerentwurf zusätzlich im Maßstab 1:3. Die durch sie präsentierten Innenraumkonzepte zeigen vielfältige Perspektiven auf das Thema Mikrowohnen. Der Wettbewerb diente auch, die Entwicklung innovativer Produkte anzuregen. Er sollte einen Rahmen dafür schaffen, Modularität und Veränderbarkeit neu zu denken. minimum steht hierfür auch in der Zukunft als Sparringspartner bereit. Die Jury bestand aus Stadtentwicklern, Architekten, Projektentwicklern, Marketingexperten aus dem Immobilienbereich, Designern und Hotelentwicklern. Der Initiator, Wilfried Lembert von minimum, war nicht Teil der Jury, stand den Architekturbüros während des Wettbewerbs jedoch als Berater zur Verfügung.



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