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vitra bei minimum in Berlin

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vitra Adressen in Berlin


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vitra bei minimum in Berlin

vitra ist einer der wichtigsten Partner von minimum in Berlin. Im Laufe der Zeit haben sich vor allem die Klassiker von Charles & Ray Eames als wahre Bestseller von minimum entwickelt.
Bereits zweimal - 2008 und 2012 - organisierten wir eine umfangreiche Ausstellung über das Leben und Wirken von Charles & Ray Eames im Berliner stilwerk. Für viele unserer vitra-Kunden in Berlin sind wir die Anlaufadresse mit unserem vitra-USM Store im stilwerk in der 3. Etage. In unseren Berliner Showrooms zeigen wir die Highlights von Charles & Ray Eames, Ronan und Erwan Bouroullec,  Jasper Morrison und Hella Jongerius.

Mit dem vitra-USM Store ist uns die optimale Collage aus dem zeitlosen Stauraumkonzept USM Haller und den warmen Wohnmöbeln von vitra gelungen. Die kühlen USM Regale und Sideboards in lackiertem und verchromten Stahl bilden eine perfekte Symbiose mit den warmen und behaglichen Holzprodukten LCW Calf's Skin und Lounge Chair von vitra.

Daneben finden sich neue Produkte aus dem Sofabereich wie das Polder Sofa von Hella Jongerius und das Place Sofa von Jasper Morrison wieder. Mit der guten Erreichbarkeit und den Parkplätzen im stilwerk ist der vitra-USM Store die optimale Anlaufadresse in Charlottenburg. Im Aufbau Haus in Kreuzberg haben wir darüber hinaus einen Ort für die Mitnahme der wichtigsten Stuhlklassiker von Charles & Ray Eames, dem DSR, DSW, DAS, DAW und Panton Chair geschaffen.

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Werkstatt Renzo Piano Werkstatt und Vitra präsentieren Diogene


Unser Post über die Werner-Aisslinger-Ausstellung “Home of the Future” begann mit einer langen und gekünstelten Einleitung auf Grundlage des Liedes “Haus am See“ von Peter Fox. Wenn wir das hier aber geahnt hätten… hätten wir die Einleitung für diesen Beitrag aufgehoben. Andererseits waren wir nie Freunde von “wenn”. Diogene ist die Vision eines Hauses am See für Jedermann, entworfen vom italienischen Architekten Renzo Piano in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Designermöbelhersteller vitra. Eine 2 x 3 Meter große Fluchtburg vor der Welt, komplett ausgestattet mit allem, was der moderne Einsiedler benötigt: Espressomaschine und zuverlässiger Strom für Laptops und Tablet-PCs. Bei der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung von Diogene in Weil am Rhein erzählte Renzo Piano davon, wie er seit seiner Jugend davon geträumt hatte, ein 2 x 2 Meter-Haus zu bauen. Solche Träume sind nichts Ungewöhnliches, die Architekturgeschichte ist voll von Projekten dieser Art. Die interessanten Aspekte an Diogene sind aber weniger die Ausmaße, als vielmehr die integrierte Technologie und der Herstellungspartner.

Mit der Absicht entworfen, einen seiner geringen Ausmaße entsprechenden ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, ist Diogene aus einem Holzskelett mit einer Aluminiumhaut konstruiert, ergänzt durch Solarmodule, eine Bio-Toilette und natürliche Klimatisierung. Zusätzlich ist Diogene dreifach lasiert und sammelt Regenwasser für die Verwendung in ihren verschiedenen Systemen. Damit ist Diogene ein kleines Heim, das ohne große Auswirkungen auf die örtliche Umwelt als kleines Heim dienen kann. Für beide Partner war es wichtig, dass sich Diogene als veritables Haus versteht: dauerhaft, stabil, sicher. Nicht als vorübergehende Struktur, wie zum Beispiel ein Wohnmobil, Container oder Baumhaus. Was natürlich die Frage nach vitras Beteiligung aufwirft. Während der vitra Campus in den letzten drei Jahrzehnten zu einem einer Open-Air-Belegbibliothek der Architektur des 20. Jahrhunderts anwuchs, ist das Unternehmen dabei stets seinem Kerngeschäft, den Möbeln, treu geblieben. Ungeachtet anfänglicher gegenteiliger Eindrücke bleibt vitra auch mit Diogene sich selbst treu.

In den vergangenen Jahren hat sich vitras Forschung und Produktion zu einem großen Teil mit der Definition des persönlichen Raums, von Räumen in Räumen und mit der Trennlinie zwischen privatem und öffentlichen Leben beschäftigt. Diogene setzt das prima fort. Zugegeben, sie tragen jetzt die Debatte nach außen, aber es handelt sich ja immer noch um das selbe Thema. Diogene erweitert vitras Philosophie mühelos auf neue Produktionsfelder. Eine schlichtweg faszinierende und potenziell sehr nachhaltige Art, ein Unternehmen weiter zu entwickeln. Derzeit ist Diogene noch ein Prototyp, allerdings ist eine Markteinführung in nicht zu ferner Zukunft geplant. Wir tippen auf Mailand 2015. Und bleiben dran. Aber jetzt erst einmal ein paar Eindrücke…
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Eames by vitra im stilwerk

Bis Mitte November hatten alle in oder um Berlin die Möglichkeit, die Ausstellung “Eames by vitra” im stilwerk zu besuchen und somit die nahezu komplette Sammlung von Charles & Ray Eames’ Kreationen für vitra zu bewundern. Die Exponate wurden durch Videos, Photos und Texte ergänzt, welche die Entstehung der Objekte erläuterten. Es war nichts besonders Neues oder Revolutionäres als solches. Das zusammentragen der Objekte an einen Ort bot jedoch eine wunderbare Gelegenheit, zwei der wichtigsten Protagonisten in der Möbeldesigngeschichte des 20. Jahrhunderts kennenzulernen und ein Gefühl für die Entwicklung ihrer Projekte zu bekommen.
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Ausflug: Orgatec 2012 & der vitra-Korkschreibtisch

Eines der überraschendsten und wirklich bezaubernden Objekte auf der Orgatec 2012 war ohne Frage das Cork Desk-System von Ronan und Erwan Bouroullec, designt für vitra. Sicherlich ist es auch an einem langen Abend, den man begeistert mit Pyramiden bauen aus Bierdeckeln verbracht hat, entstanden… der Korkschreibtisch ist ein trügerisch einfaches System, bestehend aus einem langen Tisch mit mehreren, teilweise abgeschotteten und akustisch geschützten, Arbeitsplätzen, die fast vollständig biologisch abbaubar sind.

Fasziniert, aber nicht hundertprozentig unseren Augen trauend, haben wir uns in einem günstigen Augenblick Ronan Bouroullec geschnappt, um ihn schnell über das Projekt auszufragen.

minimumblog: Zunächst einmal, weshalb eigentlich Kork? Wenn wir richtig informiert sind, ist das ein ziemlich neues Material für Euch?

Ronan Bouroullec: Ja, wir haben noch nie mit Kork gearbeitet, aber als Material ist es wirklich interessant. Es ist schalldämmend, wird seit langem in Akustikplatten verwendet und ist eben ein natürliches Material. Also dachten wir, es wäre sehr spannend, zu versuchen, es auf genau diese Weise zu verwenden. Im Laufe der Jahre der Zusammenarbeit mit vitra, kvadrat und anderen Unternehmen, haben wir ständig versucht, eine gewisse Weichheit, ja fast eine Sinnlichkeit in unsere Arbeiten zu bringen. Wir leben ja in einer harten Welt und brauchen deshalb eine gewisse Weichheit. Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass das, was wichtig ist, eher die Atmosphäre oder Stimmung eines Objektes ist als das Objekt selbst. Deshalb versuchen wir, Design-Lösungen zu entwickeln, die nicht nur in bezug auf die Funktionalität interessant sind, sondern auch zur Verbesserung der Atmosphäre beitragen.

minimumblog: Funktionalität ist ein gutes Stichwort. Liegt es an uns oder ist die Zusammensetzung des Stückes oder gar die Idee dahinter neu?

Ronan Bouroullec: Neu ist der Typ dieser Arbeitsplatte, bei welcher der Nutzer quasi von einer Mauer umgeben ist. Die Mauer schützt ihn von der Seite und von vorn, jedoch nicht vollständig. Das System hat auch offene Stellen und wenn man mit jemandem sprechen möchte, braucht man sich nur ein wenig zur Seite zu lehnen. Es erlaubt also Kommunikation! Außerdem hat der Schreibtisch eine sehr schöne organische Form, die Kurven sind sehr sanft und fließen natürlich.

minimumblog: Vor ein paar Jahren habt ihr uns erzählt, dass ihr sehr an der Schaffung von Räumen in Räumen interessiert seid. Können wir das Objekt als eine Art Fortsetzung dieser Experimente werten?

Ronan Bouroullec: Ja, auf jeden Fall. Große, offene Räume, wie Büros und öffentliche Gebäude, wird es immer geben, aber man muss den Menschen darin auch Räumlichkeiten anbieten, in die sie sich zurückziehen können. Deshalb brauchen wir alternative Lösungen, wie wir diese offenen Bereiche organisieren.
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Ausflug: Der Herbst wird bunt!

Rechtzeitig zur Zeitumstellung, drehen auch zwei Deutsche Museen die Uhr zurück und zeigen kunterbunte Ausstellungen, um unseren dunklen, beinah winterlichen Alltag zu erhellen: Das Museum für Kunst und Gewerbe der Stadt Hamburg beherbergt seit Samstag die ehemalige Kantine des Spiegel-Verlags, designt von Verner Panton. Und das vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt noch bis Ende Februar 2013 “Pop Art Design”.

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg landete mit der Panton-Kantine einen wahrhaftigen Coup. 1969 wurde Verner Panton beauftragt, verschiedene Räume des damals neuen Gebäudes des Spiegel-Verlags in Hamburg zu gestalten, inklusive eines prächtigen Schwimmbads! Brände und andere Katastrophen führten im Laufe der Jahre dazu, dass leider nur die Kantine bis ins 21. Jahrhundert überlebte. Während sich die meisten Menschen vorstellen, wo Raoul Duke und seinesgleichen essen durften, konzentrieren wir uns lieber auf die Designdetails: die pantonsche Spiegel-Kantine kann wohl neben der Visiona 2-Installation von 1970 als die Vollendung der Farbforschung und -nutzung in Innenräumen schlechthin gesehen werden. Panton mag zwar nach 1970 noch weitere Objekte geschaffen haben, ob diese besser waren bleibt aber zu diskutieren. Als der Spiegel entschied, seinen Firmensitz zu verlegen, kam natürlich die Frage auf, was mit der “Panton-Kantine” in all ihrer fluoreszierenden Herrlichkeit geschehen soll. Anstatt diese im neuen Spiegel-Zuhause wieder aufzubauen, wurde die Entscheidung getroffen, sie dem städtischen Museum für Kunst und Gewerbe zu übergeben, wo sie nicht nur von Besuchern bestaunt, sondern auch als ultimative Hamburger Event-Location vermietet werden kann. Wir haben die Installation noch nicht gesehen, werden es Euch aber wissen lassen, sobald wir dies tun.

Gemeinsam mit dem Louisiana Museum of Modern Art in Kopenhagen und dem Moderna Museet Stockholm präsentiert das vitra Design Museum in Weil am Rhein die Ausstellung „Pop Art Design“ – mit rund 140 Objekten. Ausgehend von den Objekten – zur Hälfte Kunst, zur Hälfte Design – wird der Dialog zwischen Kunst und Design während der 1950er bis 1970er Jahre erforscht und erklärt. Mit Werken von Andy Warhol, George Nelson, Roy Lichtenstein, Charles & Ray Eames, Claes Oldenburg und Achille Castiglioni, geht die Ausstellung der Frage, wo denn nun Grenze zwischen Kunst und Design liegt, tiefer auf den Grund, als wir es je erlebt haben. Leider beantwortet auch diese Ausstellung die Frage nicht … lässt aber die Möglichkeit aufkommen, dass es höchstwahrscheinlich keine Grenze gibt.

Die Ausstellung beleuchtet zunächst Entwicklungen und Menschen, welche die Pop Art-Bewegung begründet oder geprägt haben. Danach widmet sie sich einer Reihe ausstellungsrelevanter Themen, die alle anhand von Werken und Objekten belegt oder diskutiert werden. Die Ausstellung veranschaulicht wunderbar, wie ähnlich Pop Art der Nachkriegskunst und dem damaligen Design war und welches Wechselspiel zwischen den beiden Richtungen existiert. Jedoch zeigt sie den Besuchern auch auf, wie bedeutend Pop Art selbst heute noch immer in der zeitgenössischen Kunst und im Design ist. Die Besucher können Herbert Hirches HF 1-Fernsehstehgerät gleich neben Andy Warhols Brillo Box bewundern. Vielleicht ein Moment, der uns denken lässt, dass Pop Art uns das iPhone gebracht hat … Wenn auch über eine lange und zusammengereimte Kette von Ereignissen.

Die Spiegel-Kantine kann im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg während der üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. „Pop Art Design“ im vitra Design Museum läuft bis zum 3. Februar 2013. Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und anderen tollen Ereignissen begleitet. Beide Ausstellungen halten, wir brauchen es eigentlich nicht zu erwähnen, genug Farbe bereit, um selbst den dunkelsten Wintertag zu erhellen…
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“Eames by vitra” im stilwerk Berlin

Obwohl die Geschichte der Designermöbelbranche voll von Anekdoten über enge Freundschaften zwischen Herstellern und Designern ist – Florence Knoll und Mies van der Rohe sind da ein besonders gutes Beispiel, oder Egon Eiermann und WILDE+SPIETH – gibt es nur sehr wenige Beziehungen, die an das herankommen, was sich zwischen vitra und Charles & Ray eames entwickelt hat.

Die Geschichte begann eines schönen Morgens im Jahre 1953. Der Basler Ladenbauer Willi Fehlbaum war gerade zu Besuch in New York als er in einem Schaufenster einen Eames-Sperrholzstuhl entdeckte. Er ließ sein Taxi anhalten, stieg aus… und war fortan besessen. Vier verhandlungsreiche Jahre später sicherte sich Willi Fehlbaum die europäischen Lizenzrechte für die eames’schen Arbeiten von Hermann Miller. Dies war die Geburtsstunde der vitra-Odyssee. Und der Beginn einer engen Verbindung zwischen dem Unternehmen und den Designern, die nicht nur für beide Seiten kommerziell sehr profitabel war, sondern die Arbeit von vitra seitdem geprägt hat. Oder wie der aktuelle Firmenchef Rolf Fehlbaum so schön sagte: “Die Beziehung zu Charles & Ray Eames veränderte die Denkweise meines Vaters. Er verstand durch sie, dass es auch für ein Unternehmen eine höhere Logik gibt als die des bloßen Geschäfts”.

Der Rest ist Geschichte.

Die Bedeutung von Charles & Ray Eames für vitra und die Dankbarkeit für den Beitrag, den das Paar für die Entwicklung des Unternehmens geleistet hat, ist auch heute noch spürbar an der Art, wie vitra das eames’sche Erbe pflegt und verwaltet. Vor allem erkennt man das aber an den Bemühungen, die Rolf Fehlbaum unternimmt, um sicherzustellen, dass die Eames nicht zu einem historischen Artefakt werden, sondern ein wichtiger Teil des zeitgenössischen Möbeldesigns bleiben.

Rolf Fehlbaum traf Charles & Ray Eames 1958 zum ersten Mal. Als “inoffizieller” Dolmetscher zwischen den Eames und seinem Vater in den Anfangsjahren, weiß er wahrscheinlich besser als die meisten anderen, nicht nur wo die Möbeldesigns herkommen, sondern auch, was Charles und Ray Eames mit ihnen erreichen wollten, wie man an sie herangehen soll und vor allem, wie ihr Erbe verwaltet werden muss.

Als vitra, Hermann Miller und das Eames Office 1986 ihre Geschäftsbeziehungen neu ausrichteten, schrieb Ray Eames, ihre Möbeldesigns “… könnten nicht in besseren Händen sein, denn Rolf Fehlbaum ist seit Jahren ein alter und guter Freund… wir teilen den Respekt vor Qualität und Service für den Kunden.”

Die von vitra kuratierte Ausstellung “Eames by vitra” ist einer der zugänglicheren Wege, den Beitrag von Charles und Ray Eames zum Design des 20. Jahrhunderts auch weiterhin in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Mit der kompletten Stuhlsammlung von Charles und Ray eames – von den ersten Sperrholzstühlen, die Willi Fehlbaums Aufmerksamkeit erregt haben, über die Plastik- und Aluminiumstühle der 1950er und 1960er Jahre, bis hin zu Designklassikern wie dem Eames Lounge Chair oder dem La Fonda Sessel – “Eames by vitra” ist ist die verständlichste Sammlung von Eames-Produkten, die die meisten von uns je an einem Ort sehen werden. Die Ausstellung gewährt einen tollen Einblick in das Paar, seine Arbeit, aber vor allem in die Bedeutung der Beziehung zwischen Designer und Hersteller.

“Eames by vitra” kann im stilwerk in der Kantstraße 17 in 10623 Berlin vom 8. Oktober bis zum 17. November 2012 besucht werden.
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Grassi Museum Leipzig: Die Essenz der Dinge. Design und die Kunst der Reduktion.

Für alle, die diesen Sommer in Leipzig sind oder nur noch nach einem Grund gesucht haben, endlich mal nach Leipzig zu kommen, gibt es im Grassi Museum für angewandte Kunst zu Leipzig aktuell die Ausstellung “die Essenz der Dinge, Design und die Kunst der Reduktion” zu sehen – und damit ein echtes Highlight im Kulturbetrieb der Sachsenmetropole. Kuratiert vom vitra Design Museum, richtet die Ausstellung ihren Blick auf die Formen und Bedeutung der Reduktion im Produkt- und Möbeldesign.

Die Ausstellung gliedert sich in 11 Kategorien und beleuchtet die Reduktion beispielsweise im Kontext von Transparenz, Geometrie oder Logistik. Letztere erlaubt eine wunderbare Nebeneinanderstellung des Thonet Stuhls Nr. 14 mit dem Ikea Billy-Regal. Ein zwölfter Ausstellungsteil, der “Prolog”, zeigt außerdem alltägliche Designobjekte, die die meisten von uns wahrscheinlich gar nicht mehr als solche wahrnehmen: eine Büroklammer, ein Gummiband, eine Eierschachtel etc.

Abgesehen davon, dass “die Essenz der Dinge” einen Informativen, wenn auch etwas provokanten, Überblick über das Thema bietet, kann die Ausstellung mit ihren ungefähr 160 Exponaten, u.a. von Charles & Ray Eames, Enzo Mari, Jasper Morrison, Mies van der Rohe oder Michael Thonet, auch einfach als eine wunderbare Sammlung von Designklassikern genossen werden.

Neben dem Besuch der Ausstellung “die Essenz der Dinge, Design und die Kunst der Reduktion” lohnt sich zurzeit ein Trip ins Grassi Museum auch für die kürzlich eröffnete Dauerausstellung “Jugendstil bis Gegenwart” sowie für das rekonstruierte Josef-Albers-Fenster im Haupttreppenhaus – ein Fenster, das bis zu einer schicksalhaften Nacht im Jahre 1944 das größte aus dem Bauhaus stammende Stück Buntglas war.

“Die Essenz der Dinge, Design und die Kunst der Reduktion” kann noch bis zum 16. September 2012 im Grassi Museum für angewandte Kunst zu Leipzig besucht werden.
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Ronan und Erwan Bouroullec “Album” @ vitra Design Museum. Interview mit Mateo Kries

Das vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt zurzeit eine Ausstellung mit Skizzen, Zeichnungen und Prototypen von Ronan und Erwan Bouroullec. Die Ausstellung mit dem Titel “Album” kann und sollte jedoch nicht als Retrospektive ihrer Arbeit, sondern als Einblick in einen sehr speziellen und an sich privaten Teil des bouroullecschen Designprozesses verstanden werden.

Bei der Eröffnung sprachen wir mit vitra Design Museum Programmdirektor Mateo Kries über die Ausstellung und seine Sicht auf die Arbeit der Brüder Bouroullec.

minimumblog: Wie kam es zu der Entscheidung, die Album Ausstellung in der vitra Design Museum Gallery zu zeigen?

Mateo Kries: Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen sind wir der Meinung, dass die Bouroullecs derzeit zu den wichtigsten Akteuren im Design zählen. Es macht also auf jeden Fall Sinn für unser Museum etwas mit ihnen zu machen. Eine große Retrospektive stand nicht zur Debatte, weil die schon in der Bivouac Ausstellung in Metz gezeigt wird. Die kleinere Ausstellung Album aber aus dem letzten Jahr, stellte eine gute Option für uns dar und wir waren der Meinung, dass sie sich auch auf die Räume hier übertragen lasse. Ein zweiter Grund war, dass wir das Konzept der Album Ausstellung sehr interessant fanden: mit dem Medium zeichnen über Design sprechen und zugunsten des Zeichnens auch auf bekannte Objekte verzichten. Ich finde das nicht zuletzt interessant, weil es ein wenig gegen den Zeitgeist mit all dem Gerede über Computer und Virtualität geht. Wenn so bekannte Designer wie die Bouroullecs genau das Gegenteil, nämlich das Bekenntnis zur Zeichnung, populär machen. aber während sie damit zurzeit noch gegen den Strom schwimmen, denke ich, werden wir es in den nächsten Jahren noch als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins oder einer Rückkehr zu den Konstanten im Designprozess verstehen. Skizzen werden immer eine Rolle spielen, die Frage ist nur, an welcher Stelle im Designprozess.

minimumblog: Die Zukunft ist also analog?

Mateo Kries: Nicht komplett, aber die Frage ist, wo setzt man das Zeichnen ein. Früher wurde bis zur Konstruktionszeichnung gezeichnet, das macht man heute nicht mehr. Heutzutage zeichnen Designer im Allgemeinen nur ganz am Anfang eines Designprozesses, aber es ist nach wie vor eine wichtige Komponente.

minimumblog: Kommen wir zu den Bouroullecs zurück. Können sie sich erinnern, wann sie zum ersten mal eine Arbeit der Designer gesehen haben?

Mateo Kries: Das muss ungefähr 2001, 2002 gewesen sein.

minimumblog: Hat es gleich Eindruck auf sie gemacht?

Mateo Kries: Ja, ja. was sich sehr eingeprägt hat, waren ihre experimentelleren Arbeiten, wie die TV Vase für Galerie Kreo; weniger die industriellen Produkte als die konzeptuellen Ansätze, wo man diese besondere Poesie erkennen kann. Also diese high-tech, coole und nüchterne Ausstrahlung, die aber gleichzeitig sehr persönlich ist. Sie bringen oft Aspekte wie Farbe oder Textur ein, die im Design teilweise unterschätzt werden, ihren Arbeiten aber eine sehr haptische und weiche Natur verleihen.

minimumblog: Ist das der Grund, warum sich die Bouroullecs durchsetzen konnten?

Mateo Kries: Ja, ich denke dadurch definiert sich ihre besondere Sprache. Sie bringen sehr gute Industrieprodukte hervor, sie schaffen es aber trotz des Pragmatismus diesen Arbeiten eine starke individuelle Prägung zu verleihen. Ich denke heutzutage entscheiden sich viele Designer für das eine oder andere – entweder entwerfen sie komplexe, gefällige Objekte, bei denen es aber ein Problem mit der Funktion gibt, oder sie machen hardcore Industriedesign, das dann weniger zugänglich ist. Die Bouroullecs schaffen es, diese beiden Elemente sehr gut zu kombinieren.

minimumblog: Wenn sie die Arbeit der Bouroullecs über die Jahre betrachten, sehen sie einen natürlichen Entwicklungsprozss oder….

Mateo Kries: Hauptsächlich natürlich, ja. Nicht wie z.b. bei Konstantin Grcic, bei dem es Brüche gibt und wo man ständig überrascht ist, weil sein neues Projekt vermeintlich nicht an das vorherige anknüpft. aber bei den Bouroullecs scheint sich alles viel langsamer zu entwickeln und man kann keine so krassen Entwicklungsetappen beobachten. was sich jedoch verändert hat, ist, dass ihre Arbeit mittlerweile leichter zu verstehen ist. zu Beginn ihrer Karriere war es oft schwierig sie irgendwo einzuordnen und zu definieren, was sie da eigentlich machen, aber je öfter man ihr komplettes Werk betrachtet – z.b. auch bei der Inszenierung in Metz -, desto mehr versteht man die Verbindung zwischen einzelnen Arbeiten. und auch durch unsere Ausstellung, mit den Zeichnungen kann man ihr komplettes Oeuvre als einen Kosmos von Objekten verstehen.
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Jerszy Seymour im vitra Design Museum. Amateur Workshop #2: Social Volcano

Am Freitag, den 13. januar 2012, veranstaltet Jerszy Seymour seine neueste “Amateur Workshop”-Installation im vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Seit der Ausrichtung des “First Supper”-Workshops 2008 im Mak in Wien, lud Jerszy Seymour regelmäßig Personen aus der Öffentlichkeit zur Mitarbeit bei kreativen Projekten ein, die das in der Gesellschaft schlummernde Potential zum Wohle der Gesellschaft freisetzen sollen. Und das alles meist mit Polycaprolacton-Wachs.

Das bekannteste Ergebnis dieses Prozesses ist Workshop Chair. Trotz des Namens ist das Projekt nicht als Workshop per se zu verstehen, sondern ist eher eine Symbiose der Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten.

Ehrlich gesagt sind wir uns aber gar nicht sicher, was Seymour in Weil am Rhein plant, doch erfahrungsgemäß wird es interaktiv, herausfordernd und vor allem bunt.

Die Ergebnisse des Workshops werden dann bis zum 20. Januar im vitra Design Museum zu sehen sein.

Der Workshop ist Teil des Programms des vitra Design Museums für die Basler Museumsnacht 2012.

18 – 22 Uhr: Führungen durch Zaha Hadids vitra Feuerwehrhaus (die Tour beginnt zu jeder vollen Stunde)

18 – 22 Uhr: Kinder-Workshop

23 Uhr: Steiner und Cello – ein musikalischer Rundgang durch die Ausstellung “Rudolf Steiner – die Alchemie des Alltags” im vitra Design Museum – mit der Cellistin Ulrike Eickenbusch

18 – 22 Uhr: “Amateur Workshop #2: Social Volcano” mit Jerszy Seymour
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Prouvé Raw: Jean Prouvé by G-Star Raw für vitra.

Die Design Miami Basel 2011 könnte in vielerlei Hinsicht als kleine Jean Prouvé Retrospektive gesehen werden. Neben der unverhältnismäßig umfassenden Präsentation seiner Werke in der Hauptausstellungshalle in Basel nutzte vitra gleich die Gelegenheit, um ihre Prouvé Raw Kollektion öffentlich zu machen.

Über zwei Jahre hinweg haben vitra, die Jean-Prouvé-Nachlassverwalter und G-Star zusammen an der Entwicklung einer zeitgemäßen Version einiger der berühmtesten Stücke von Prouvé gearbeitet. Eines dieser Projekte also, die uns immer ein wenig Unbehagen bereiten… viele der Designer, die Möbel entworfen haben, die wir heute gern als Designklassiker bezeichnen, sahen ihr Schaffen in erster Linie durch soziale und nicht unbedingt finanzielle Gründe motiviert. Jean Prouvé ist da ein ausgesprochen gutes Beispiel. Als Designer verbrachte er viel Zeit mit dem Thema sozialer Wohnungsbau oder entwickelte Arbeitnehmermitbestimmungsmodelle für seine Fabriken. Trotzdem müssen auch Designer – und das war damals nicht anders als heute – Miete zahlen und essen; Jean Prouvé blieb also gar nichts anderes übrig als auch das ein oder andere kommerzielle Projekt zu verfolgen. Seinen Vorstellungen von simplen Formen, guter Handarbeit und Stahlblech ist er dabei aber immer treu geblieben. Sehr gut deutlich wird das, wenn man die Formensprache und das Material seines 1934 entworfenen Stuhls Standard mit seiner Tankstelle von 1953 auf dem vitra Campus in Weil am Rhein vergleicht.

Wir sind jedenfalls sehr froh, dass Prouvé Raw keine Prouvé-Kollektion in Denim ist. Die Kollektion von G-Star besteht vielmehr aus fünfzehn sehr ansehnlichen Neuinterpretationen von neun Jean-Prouvé-Klassikern – einschließlich der Stühle Cité und Standard sowie des Regalsystems Mural. die Neuinterpretationen bleiben dem original Prouvé-Stil treu, sind was Farbe, Lackierung und Materialien angeht aber auf die Höhe der Zeit gebracht.

Ja…, die Kollektion hat eine leichte Tendenz zum dunkelblauen, aber sieht man nicht so genau hin, fällt das doch gar nicht auf.

Wer die Prouvé Kollektion nicht auf der Qubique sehen konnte, hat noch die Chance, das bei bulthaup minimum in der Torstraße 140, 10119 Berlin nachzuholen oder natürlich online auf minimum.de.
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Prouvé Raw bei minimum

Prouvé Raw ist eine Kollektion aus klassischen Entwürfen, welche die Essenz der Arbeiten von Jean Prouvé widerspiegelt. Zwei Jahre lang haben G-star, die Familie Prouvé und vitra gemeinsam daran gearbeitet, einigen der bekanntesten Entwürfe von Jean Prouvé eine frische und zeitgenössische Erscheinung zu geben und einige seiner weniger bekannten Designs wiederzuentdecken.

Der Fokus lag dabei auf einer gleichermaßen harmonischen, wie weicheren Gestaltung, die durch die Wahl eines fein abgestuften Farbschemas, speziell hergestellte Textilien, sowie die Verwendung von geöltem Massivholz erzielt wurde.

Die Neuinterpretation Prouvé Raw ist eine respektvolle Hommage an die Arbeit von Jean Prouvé, die niemals von seinen Fundamenten „guten Designs“ abweicht, sondern diese vielmehr aufnimmt und neu interpretiert: Konstruktion, Material und Form.

Neun Entwürfe sind in einer nummerierten und entsprechend gekennzeichneten Prouvé Raw Edition über minimum erhältlich.

Wir präsentieren ihnen ausgewählte Stücke dieser Kollektion ausschließlich in unserem showroom

minimum bulthaup torstraße
torstraße 140, 10117 berlin-mitte
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minimum jetzt auch in Kreuzberg
Hurra, hurra, der neue minimum-Laden ist da! Vergangenen Freitag und Samstag wurde die neueste minimum-Filiale im kreativen Aufbau Haus am Moritzplatz gebührend eingeweiht. Der Schwerpunkt des Kreuzberger Ladens liegt in den Bereichen Homeoffice- und Büroeinrichtung. Hier bietet minimum die komplette Bandbreite an: Von Mitnahmenmöbeln bis hin zur Planung komplexer Einrichtungskonzepte. Ikonen des Möbeldesign sind selbstverständlich auch im Laden erhältlich, darunter vitra, Fritz Hansen, USM Haller, Thonet, HAY, Engelbrechts und arper. Weitere infos zum neuen minimum-Laden in Kreuzberg gibt es im Internet unter: www.minimum.de.

Da fehlt nur noch eines: Schnell vorbei schauen, denn es lohnt sich!

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Mo bis Fr von 10 bis 19 Uhr
Sa von 10 bis 18 uhr

Prinzenstraße 85 c in 10969 berlin

Tel. 030 70096260
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Stockholm Design Week 2011: vitra.

Es gab einige Gründe, warum es nie einen post über vitras Auftritt bei der Orgatec 2010 gab, jedoch liegt das in der vergangenheit ….

…. und nun sind wir froh zu sehen, dass es auch anders geht. Ja, regelrecht erleichtert waren wir als wir den vitra Stand auf der Stockholm Furniture Fair gesehen haben.

Im Wesentlichen präsentierte sich uns in Stockholm eine abgespeckte Form des Orgatec Stands plus eine Auswahl neuer Produkte und Weiterentwicklungen von Köln.

Eines dieser Stücke liegt uns ganz besonders am Herzen: Der Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec.

Auch wenn uns der Gedanke hinter dem Alcove Sofa als Zuflucht ins Private für Hotellobbys, Kunstgallerien und andere umtriebige Orte immer sehr eingängig erschien, hat dieser Gedanke für uns in Bezug auf die Einrichtung von Büros nie so richtig funktioniert (Außer natürlich für Leute, die einfach ein Stück von Ronan und Erwan Bouroullec in ihrem Büro stehen haben wollen ).

Doch nun – mit dem Alcove Work – gilt es das noch einmal zu überdenken. Es scheint als hätten vitra und die Bouroullecs genau unsere Kritik umzusetzen versucht und dabei raus kam: Ein Produkt, das wir uns ganz wunderbar in Büros vorstellen können. Der Alcove Work bringt eine kleine Fläche zum Schreiben sowie Stauraum für allerlei Bürokram mit und somit attestieren wir ihm einen weitaus interessanteren neuen Look, der vor allem sinnvoll den Büroalltag unterstützt.

Aber natürlich war das nicht alles, was vitra zu bieten hatte. Sehenswert in Stockholm waren außerdem der Naoto Fukasawas Kuubo Konferenztisch, Workit & Storage von Arik Levy, Hal von Jasper Morrison und der neue ID Chair von Antonio Citterio.

So bleibt zum Schluss nur noch die Frage, inwieweit vitras “Citizen Office” Konzept in den kommenden Monaten und Jahren das Design von Büros bestimmen wird. Unsere Antwort ist: vitras unkomplizierter Stilmix ist es immer wert, in ein Büro integriert zu werden.
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Panton Design Talk
Verner Panton: Designer oder Künstler?
Verner Panton: Visionär oder Experimentalist?
Verner Panton: Däne?
Panton Design Talk Felleshus Berlin

…diese und andere Fragen wurden während des angeregten “Panton Design Talk” im Rahmen der PANTON Ausstellung im Felleshus, Berlin, diskutiert.

Die Direktorin des internationalen Design Enters Cornelia Horsch moderierte die Veranstaltung. Das Expertengremium setzte sich aus dem in Berlin lebenden Produktdesigner Werner Aisslinger, Autor und Kurator Mathias Remmele, Designer Ralf Handschuh und dem in Dänemark geborenen – aber in Berlin lebenden – Architekten und Freund Verner Pantons – Henrik Stæhr, zusammen.

Am interessantesten wurde es für uns als es um Pantons Arbeitsmethoden ging. Henrik Stæhr erzählte auf Grundlage seiner eigenen Erfahrungen von Pantons Arbeitsweise – mit einem Stift in der Hand vor einem Blatt A4 sitzend, zeichnete er seine Designs in klaren Linien. Bei guter Stimmung benutzte er ab und zu einen Filzstift. Durch diese saubere, unspektakuläre Szene ergibt sich eine offensichtliche (aber wunderbare) Disharmonie zwischen dem endgültigem Resultat und dem Entwicklungsprozess.

Werner Aisslinger und Mathias Remmele finden es außerdem beunruhigend, dass Verner Pantons oft als psychedelischer Hippie Designer dargestellt wird, was er nicht war. Beispielsweis sein klassisches Visiona II Projekt für Bayer auf der Imm Cologne war und konnte nur das Resultat einer kalkulierten und wohl überlegten Arbeit eines Experten auf den Gebieten der Farblehre, Farbpsychologie und visuellen Kompositionen sein. Wie der Benutzer darauf reagiert oder es interpretiert, steht dabei natürlich außer Relation zu seiner Erschaffung.

Dass Benutzer auf Pantons Arbeiten positiv reagierten, zeigt seine große Popularität. während der generelle Konsens im Gremium vorherrschte, dass Pantons Popularität auf Grundlage seiner qualitativ hochwertigen Arbeiten weiter besteht, fesselte uns eine weitere Frage.

In unserem Interview mit Marianne Panton vor der Austellungseröffnung hatten wir sie gefragt, ob Verner Panton auch heute noch erfolgreich sein würde. Sie denkt ja, denn qualitativ hochwertige Arbeit findet immer ihren Weg zu Herstellern und Kunden.

Wir haben allerdings unsere Zweifel. Nicht zuletzt weil wir nicht glauben, dass er einen Hersteller finden würde, der mit ihm die Herausforderung annehmen würde. Deshalb fühlten wir uns etwas duch Werner Aisslingers Kritik bestätigt, dass heutzutage kein Möbelhersteller mehr Ingenieure einstellt. Unter den bedeutendsten Herstellern ist es lediglich vitra, die eine kleine Zahl an Ingenieuren beschäftigt – aber würden sie heute noch in Verner Panton investieren? Würde es heute noch sinn machen, den Panton Chair für den kommerziellen Möbelmarkt zu entwickeln? Wir werden Rolf Fehlbaum fragen und Euch die Antwort wissen lassen.
Panton Design Talk Felleshus Berlin Mathias Remmele

Die Frage danach wie “dänisch” Verner Panton eigentlich war, fasste mit seiner Antwort am besten Henrik Stæhr zusammen, der meinte “Verner Panton war mit Herz und Seele Däne – nur verhielt er sich nicht als Solcher”.

In Dänemark wurde Panton von der konservativ intellektuellen Gesellschaft verhöhnt. Vor allem Pantons Umgang mit Farben und mit nicht-traditionsgemäßen Materialien und Formen ist es zu zuschreiben, dass er sich von seinem Heimatland entfremdete und in die Arme der breiten Öffentlichkeit trieb – wir hoffen, dass die Dänen diese Ironie verstehen.

Leider wurde Pantons “Design Nationalität” aus unserer Sicht zu kurz diskutiert oder besser gesagt, Dinge wurden in einer Weise erwähnt, die implizierten, dass sie jeder wissen müsste. für uns stellt sich allerdings die Frage, inwieweit sich das italienische Design in die Richtung und mit der Geschwindigkeit entwickelt hätte, wenn Verner Panton in Kopenhagen geblieben wäre und Möbel a la Arne Jacobsen, Finn Juhl usw. gebaut hätte?

Und endlich – für alle die es schon immer wissen wollten – Henrik Stæhr bestätigte es: sein erster Besuch in Verner Pantons Haus in Basel war überwältigend. Wie ein Besuch in einem riesengroßen showroom, in dem man alles findet was man sich gewünscht hat.

Alles in allem war der Panton Design Talk im Felleshus ein wirklich unterhaltsamer Abend, der nicht nur die Person Verner Panton in den Fokus rückte, sondern auch dem Besucher die Möglichkeit gab, seine Arbeit etwas mehr im Kontext betrachten zu können.

All diejenigen, die den Abend verpasst haben, können die Arbeiten Verner Pantons zusammen mit zeitgenössischem dänischem Design in der Ausstellung PANTON im Felleshus Berlin bis zum 28. Februar besichtigen.
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Panton-Ausstellung: Interview mit Marianne Panton
Verner Panton lernte Marianne Pherson Oertenheim 1962 während eines Urlaubs auf Teneriffa kennen. Zwei jahre später heirateten sie in Basel. Marianne Panton war jedoch viel mehr als nur Verner Pantons Frau. De facto war sie seine Managerin und arbeitete eng mit ihrem Mann, alle Aspekte seiner Arbeit betreffend, zusammen. Nur auf die Entwicklung seiner Designs hatte Marianne wenig direkten Einfluss.
Wir haben bereits vor Eröffnung der Panton-Ausstellung in der dänischen Botschaft mit Marianne Panton über Verner Pantons Arbeit, seine Einflüsse und sein Vermächtnis gesprochen … und wie sie zum ersten Panton-Chair-Photomodel wurde.

minimum: Ein zentrales Thema der Ausstellung sind Verner Pantons Experimente mit Formen und Farben. woher kam diese Experimentierfreude?

MariannePanton: (Lacht) Ich glaube, diese Frage hätte auch Verner selbst nicht beantworten können. Als Kind wollte er unbedingt Kunstmaler werden. Design und Malerei waren eben sein Leben. Farben haben ihn immer interessiert – schon als ganz kleines Kind.

minimum: Apropos Farbe: War Rot tatsächlich so wichtig für Verner Panton, wie es heute scheint?

Marianne Panton: Rot war ihm insofern wichtig, da es eine Signalfarbe mit großer psychologischer Kraft ist. nachdem er sein eigentliches Studium beendet hatte, hat Verner ja auch noch kurzzeitig Farbpsychologie studiert. dieses Gebiet interessierte ihn ungemein und dabei besonders die psychologische Bedeutung der farbe Rot.

minimum: Nach seinem Abschluss ist Verner viel durch Europa gereist. Was hat er auf diesen Trips gelernt?

Marianne Panton: Die Reisen haben ihn weltoffener und neugieriger gemacht. außerdem hat er dadurch Produzenten getroffen, die bereit waren, zu experimentieren und gewisse Risiken mit Designern einzugehen, die neue Ideen hatten und nicht nur Altbewährtes ein wenig entstaubten. Nach dem Krieg gab es in Europa eine großartige Aufbruchsstimmung sowie technische Neuerungen und innovative Materialien, so dass sich völlig neue Möglichkeiten ergaben. Verner hat oft gesagt, welch ein Privileg es für ihn sei, in diese Zeit mit so vielen neuen Möglichkeiten hineingeboren zu sein.

minimum: Wer oder was hat verner Panton am meisten beeinflusst?

Marianne Panton: Diese Frage wurde Verner oft gestellt und ich kann sie nicht wirklich beantworten. Die größte Quelle der Inspiration war für ihn aber immer das Material, das er gerade in den Händen hielt. aber natürlich haben ihn auch seine Studienzeit, die Zeit mit Arne Jacobsen und die Bewunderung für viele seiner Kollegen beeinflusst.

minimum: Anders herum: Was können junge Designer heute von Verner Panton lernen?

Marianne Panton: Als Designer muss man sehr viel Geduld und Beharrlichkeit mitbringen – Eigenschaften, die Verner zum Glück besaß.

minimum: … Wie man auch an der Geschichte des Panton Chair sehen kann. Wie wichtig war es für Verner, dass er mit vitra letztlich einen Partner für seinen Panton Chair gefunden hatte?

Marianne Panton: Das war allentscheidend! Keiner sonst hat sich an das Projekt herangewagt, Nicht zuletzt weil hier technologisches Neuland betreten werden musste. Man muss ja auch wissen, dass die Formkosten damals verglichen mit heute extrem hoch waren. dieser Stuhl konnte nur in Kunststoff produziert werden und die Entwicklung von Plastikprodukten befand sich damals noch in einem sehr frühen Stadium. Verner hatte unzählig viele Produzenten angefragt aber niemand war bereit, das Wagnis einzugehen. Insofern war es wirklich wunderbar, dass Willi Fehlbaum und vitra Interesse gezeigt haben und sich an das Projekt heran wagten.

minimum: Hatte er je Zweifel, dass er einen Partner für das Projekt finden würde?

Marianne Panton: Nein, nein. Er hat immer daran geglaubt, irgendwann jemanden zu finden.

minimum: Als es dann soweit war, waren sie das erste Photomodell für den Panton Chair. wie kam es dazu?

marianne panton: (lacht.) das ist einfach – ich war da.

minimum: Neben Möbeln hat Verner Panton u.a. auch Inneneinrichtungen und Messestände entworfen und geplant. Was hat ihm am meisten spaß gemacht?

Marianne Panton: Ich würde sagen, er hat immer am meisten Spaß an den Projekten gehabt, an denen er gerade gearbeitet hat – egal was es war. Sobald er etwas abgeschlossen hatte, hat es ihn nicht mehr so sehr interessiert. Neue ideen und deren Entwicklung, daran hatte er Spaß.

minimum: Welches der Produkte von Verner Panton hat für sie persönlich die größte Bedeutung?

Marianne Panton: Mein Mann hat so viele schöne Sachen entworfen: Möbel, Lampen, Textilien usw. ich könnte mich unmöglich für ein bestimmtes Produkt entscheiden!

minimum: Sie haben zusammen mit Verner umgeben von seinen Arbeiten gelebt. Haben sie sich darin immer wohl gefühlt?

Marianne Panton: Ja, das war ganz wunderbar und unglaublich abwechslungsreich. wir haben uns dort alle sehr wohl gefühlt und viel Spaß gehabt.

Minimum: Sind Sie noch mit seinen Möbeln eingerichtet?
Marianne Panton: ja natürlich. Ich lebe jetzt zwar in einer Stadtwohnung, habe aber eigentlich nur Panton-Möbel. Allerdings nicht mit farbigen Wänden. Die Wände sind jetzt weiß, aber die Möbel sind noch da.

Panton & Contemporary Danish Design
15.01. bis 28.02.2011
@ Felleshus der nordischen Botschaften
Rauchstraße 1 in 10787 Berlin

Tel. 030 50500
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