
Michael Thonet wurde im rheinischen Boppart als Sohn eines Gerbermeisters geboren und erlernte, bevor er 1819 seine eigene Werkstatt gründete, Kunsttischler. Ab 1830 begann er aus verleimten und gebogenen Schichtholz, Möbel herzustellen. Ein erster großer Erfolg stellte sich 1836 mit dem Bopparder Schichtholzstuhl ein. Als Thonet 1841 die Bekanntschaft mit Fürst Metternich auf der Koblenzer Gewerbeausstellung machte, lud dieser ihn an den Wiener Hof ein, um dort seine Möbel zu optimieren und später dem Kaiserhaus vorzustellen. Mit der Londoner Industrieausstellung 1851 bekam Thonet für seine Bugholzmöbel die Bronzemedaille verliehen, sodass ihm und seinen Möbeln weltweite Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Mit dem 1859 erschienenen "Stuhl Nr. 14", dem Wiener Kaffeehausstuhl, revolutionierte Michael Thonet nicht nur die Herstellung von Möbeln mittels des Bugholzverfahrens, sondern auch die Versendung derer. Zerlegt in einzelne Teile, wurde der Stuhl platzsparend in alle Welt verschickt. Nach dem Tod Thonets 1871 in Wien ging das Unternehmen in die Hände der Söhne über. Seit den 1930er Jahren produziert die Firma Thonet auch die bekannten Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer und Mart Stam.
Warenkorb